Dienstag, März 20, 2007

Pan Gu: Chinesischer Schöpfungsmythos

„Einst als Himmel und Erde im Hühnerei, d.h. im Chaos (hundun), zusammenhingen, wurde in diesem Ei Pan Gu geboren. Nach l8.000 Jahren öffnete sich das Chaos (Ei), und das Klare (= Himmel, Yang) trennte sich von dem Trüben (= Erde, Yin), und zwischen den Himmel und der Erde war der Pan Gu als eine tragende Säule. Er wuchs mit dem Himmel jeden Tag zehn Fuß. So geschah es, dass nach 18.000 Jahren sein Körper den Abstand zwischen dem Himmel und der Erde ausfüllte. Als er im Sterben lag, wandelte sich sein Leib. Sein Atem wurde zu Wind und Wolken, seine Stimme zu Donnergrollen. Das linke Auge wurde zur Sonne, das rechte zum Mond. Arme und Beine verwandelten sich zu den vier Firsten des Universums und die Wölbungen des Leibes zu den fünf Heiligen Bergen. Sein Blut wurde zu Flüssen. Aus seinen Sehnen und Blutgefäßen wurden Erzadern, aus Fett und Fleisch Ackerböden, aus Kopfhaaren und Bart Sterne, aus Haut und Körperhaaren Gras und Bäume, aus Zahnen und Knochen Metalle und Steine, aus Samen und Knochenmark Perlen und Jade und aus seinem Schweiß Regen und Tau. Das Ungeziefer an seinem Körper wurde durch Einwirkung des Windes zum Menschenvolk."
von Thomas Milanowski

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